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AssCompact News
Nachhaltige Fonds bleiben stark gefragt 22.10.2018

Das aktuelle ebase Fondsbarometer Nachhaltigkeit zeigt, dass die Nachfrage nach nachhaltig investierenden Fonds im dritten Quartal erneut sehr groß war. Trotz der allgemeinen Marktturbulenzen haben die Käufe die Verkäufe deutlich überwogen. Doch nicht jede Kategorie war gleich stark gefragt. Zum Teil gab es sogar Abverkäufe.

Nachhaltige Fonds bleiben stark gefragt

Obwohl die Aktienmärkte im dritten Quartal 2018 aufgrund zunehmender Unsicherheiten und zahlreicher weltweiter Krisenherde deutlich schwankten, war das Interesse an nachhaltig anlegenden Fonds sehr groß. Während die Handelsaktivität zwischen Juli und September hinter dem Durchschnitt des letzten Jahres zurückgeblieben ist, waren die Mittelzuflüsse signifikant positiv.

Deutlich mehr Käufe als Verkäufe

Über das gesamte dritte Quartal hinweg lag der Fundflow-Faktor bei 1,53. Das heißt, die ebase-Kunden haben um 53 Prozentpunkte mehr Geld in nachhaltig anlegende Fonds investiert als aus solchen abgezogen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der historisch eher nachfrageschwachen Sommermonate beachtenswert. „Es ist gut möglich, dass der Wunsch der Kunden, nachhaltig anzulegen, durch die zunehmenden Unsicherheiten weiter gefördert wird. Auch die Diskussionen, wie wir Sie zum Thema Braunkohle in Deutschland oder aber dem aktuellen Klimabericht erleben, tragen sicherlich dazu bei, dass das Thema Nachhaltigkeit sehr präsent ist“, kommtiert Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung, die neuesten Zahlen.

Regionale und sektorale Unterschiede

Bei den ebase-Kunden war im dritten Quartal das Interesse insbesondere an solchen Fonds groß, die den Nachhaltigkeitskriterien „frei von Atomenergie“ und „frei von Rüstung“ gerecht werden. Daneben waren die Themen „frei von Gentechnik“ sowie „Anerkennung des UN Global Compact“, in welchem soziale und ökologische Mindeststandards definiert werden, von hervorgehobener Bedeutung. Regional standen insbesondere weltweit investierende Fonds (Fundflow-Faktor: 1,85) sowie solche, die in den USA anlegen, im Fokus (Fundflow-Faktor: 2,08). Jedoch wurden auch in der Anlageregion Europa bei den ebase-Kunden die Bestände an nachhaltig investierenden Fonds ausgebaut. Weniger gefragt waren dagegen Fonds, die in Emerging Markets investieren. Sie wurden im dritten Quartal überwiegend verkauft. (mh)

 

„Es muss gewährleistet sein, dass Berater von ihrer Tätigkeit leben können“ 22.10.2018

Digitalisierung, Regulierung und ein zunehmender Kostendruck verändern die Spielregeln der Finanzberatung. Berater und Vertriebe von Investmentfonds müssen in diesem Umfeld eine neue Mischung aus Mensch und Maschine finden. Gelingt das, werden Berater ein fester Bestandteil des Finanzvertriebs bleiben – meint Rudolf Geyer, Sprecher der Geschäftsführung von ebase.

„Es muss gewährleistet sein, dass Berater von ihrer Tätigkeit leben können“

Herr Geyer, ebase analysiert regelmäßig das Verhalten der deutschen Fondsanleger. Gab es diesbezüglich im ersten halben Jahr auffällige Trends?

Der Fondsvertrieb ist ein permanenter Prozess. Je nach Marktsituation werden einzelne Fondskategorien wie Aktien- oder Rentenfonds mal mehr, mal weniger nachgefragt. Auch die Berater beschäftigen sich laufend mit den jeweils aktuellen Marktthemen. Diesbezüglich gab es im ersten halben Jahr keine besonderen Auffälligkeiten. Man muss sich darüber hinaus jedoch grundsätzlich die Frage stellen, ob wir uns in einem Käufer- oder in einem Verkäufermarkt befinden.

In welchem davon befinden wir uns aktuell?

Der Fondsmarkt ist historisch gesehen ein sehr starker Verkäufermarkt. Das heißt, dass der Berater aktiv auf den Kunden zugehen muss, nur die wenigsten Kunden kommen aktiv auf den Berater zu. Jedoch ist hier Bewegung im Markt, wir sehen mittlerweile immer mehr Direktvertriebspartner und Online-Vertriebslösungen. Dadurch findet ein gewisser Wandel hin zu einem Käufermarkt statt. Kunden haben heute 1.000 Möglichkeiten, um sich selbst zu informieren und anschließend Fonds direkt zu kaufen. Erkennbar ist dies beispielsweise auch daran, dass ETFs deutlich an Bedeutung gewinnen.

Also hält der Trend zu passiven Investments an?

Vor drei, vier Jahren konnten viele Privatanleger mit dem Begriff ETF noch nicht viel anfangen. Das hat sich definitiv geändert. Für den Trend zu passiven Anlagen und speziell ETFs spielen vor allem zwei Aspekte eine wichtige Rolle: Zum einen ist das die Glaubensfrage aktiv versus passiv, zum anderen die Preisdiskussion. Letztere ist insbesondere vor dem Hintergrund von MiFID II in den Fokus gerückt. Dadurch werden ETFs auch von Vertrieben stärker mitgenommen – sofern sie ein entsprechendes ergänzendes Ertragsmodell haben.

Wie kann so ein Modell aussehen?

Das kann zum Beispiel die Umstellung auf Servicegebühren sein. Durch eine solche Umstellung des Ertragsmodells werden die Vermittler in ihrer Produktauswahl freier. Speziell in den letzten zwei Jahren haben solche Modelle deutlich an Relevanz gewonnen. Das war vom Gesetzgeber auch so gewünscht, da so für die Anleger scheinbar mehr Transparenz bei den Kosten entsteht. Dabei müssen die Kosten auf Produktseite mittlerweile ohnehin ex ante und ex post ausgewiesen werden. Die eigentliche Frage ist, ob der Anleger mit diesen ganzen Zahlen etwas anfangen kann und inwiefern sie sein Kaufverhalten beeinflussen.

Inwieweit hat ebase die Regulierung in den letzten Monaten beschäftigt?

Der zu leistende Aufwand war enorm. Wir und unsere angeschlossenen Partner waren pünktlich am 03.01.2018 bereit für MiFID II. Der ein oder andere am Markt musste zu diesem Zeitpunkt dagegen vielleicht noch ein bisschen nacharbeiten. Die Anpassung der letzten Feinheiten steht allerdings für alle Marktteilnehmer noch an. MiFID II hat schließlich noch an manchen Stellen Interpretationsspielraum gelassen. Die Überarbeitung der Finanzanlagenvermittlungsverordnung steht darüber hinaus auch noch komplett aus.

Welche Rolle spielen digitale Lösungen bei den regulatorischen Vorgaben?

Viele Themen lassen sich in einem digitalen Umfeld leichter lösen. Das wird neben der Anlage- auch auf der Versicherungsseite sehr deutlich. Viele Versicherer installieren digitale Prozesse oder Teilprozesse, um rechtssichere Abläufe zu gewährleisten. Im klassischen analogen Vertrieb von Investmentfonds ist das nicht anders. Es wird immer schwieriger, alle Schritte rechtssicher zu leisten. Zudem geht der zeitliche Aufwand dafür von der eigentlichen Aufgabe eines Anlageberaters, der Beratung der Kunden, ab.

Die in Zeiten anhaltender Niedrigzinsen ohnehin schwer genug ist …

Das kommt natürlich stark auf den Anlagehorizont des Kunden an. Je kürzer dieser ist, umso schwieriger ist es heute, attraktive Anlagemöglichkeiten zu finden. Ist der Anlagehorizont dagegen nicht so kurz, ist eine vernünftige Kapitalanlage weiterhin möglich. Gleichwohl dürften standardisierte Produkte wie ETF-Vermögensverwaltungen oder Robo-Advisor an Bedeutung gewinnen. Denn der Vermittler muss grundsätzlich darauf achten, dass er sich in Sachen Haftung nicht zu weit aus dem Fenster lehnt. Die Bewährungsprobe kommt dabei immer dann, wenn der Markt nach unten geht. In den letzten Jahren konnte es nicht so viele Kunden geben, die sich wegen einer schlechten Performance beschweren konnten. Der Markt ging ja mehr oder weniger kontinuierlich nach oben. Wenn es aber an den Märkten kracht, sehen sich einige wieder versucht, eine angebliche Falschberatung anzumahnen.

Solche Risikophasen günstig zu managen, ist das Ziel vieler Robo-Advisor. ebase setzt mit fintego selbst auf dieses Pferd. Ist das wirklich die Lösung der Zukunft?

Wir sind mit fintego 2014 als einer der ersten Anbieter mit einem Robo an den Markt gegangen. Damals haben wir noch von regelbasierter Anlage gesprochen, die wir technisch unterstützen. Der Begriff Robo kam erst später auf. Darunter subsummierten sich zunächst verschiedene Geschäftsmodelle. Mittlerweile kristallisiert sich heraus, dass damit ein Vermögensverwaltungsprodukt gemeint ist. Der Kunde erteilt einem Vermögensverwalter ein Mandat, das mit technischer Unterstützung umgesetzt wird. Aus Kostengründen setzen die meisten Robos zudem auf passive Produkte wie ETFs. Insgesamt hat der rasche Bedeutungsgewinn der Robo-Advisor einen völlig neuen Mix von Mensch und Maschine zur Folge.

Droht der Faktor Mensch in der Finanzberatung also nicht komplett durch Maschinen ersetzt zu werden?

Das sehe ich überhaupt nicht. Die rund 30 Robo Advisor, die am deutschen Markt tätig sind, haben sich in der Regel recht schnell von ihrer Idee verabschiedet, nur online mit den Kunden in Kontakt zu treten. Der Faktor Mensch wird auch hier mittlerweile wieder stärker ins Spiel gebracht – was durchaus vernünftig ist. Auf diese Weise kommt man den Vorstellungen des durchschnittlichen deutschen Privatanlegers wieder ein Stückchen näher. Ein gut austarierter Mix zwischen Mensch und Maschine ist der goldene Mittelweg. Ein guter Anteil der Maschine ist notwendig, damit der Preis des Angebotes durch die Automatisierung stimmen kann. Aber wenn der Faktor Mensch an der richtigen Stelle eingesetzt wird, trägt dies insgesamt zum Erfolg dieser neuen Formen der Geldanlage bei.

Schaffen die günstigen Produkte am Ende den Spielraum für Gebühren für den Faktor Mensch in der Beratung?

Noch haben sich die meisten Vertriebe nicht auf ein finales Vergütungsmodell geeinigt. Aktuell befinden wir uns in einer Übergangsphase. Auch das Fehlen der neuen Finanzanlagenvermittlungsverordnung kommt hier zum Tragen. Je nachdem, wie sich die Inhalte der neuen Verordnung darstellen, werden sich die Vertriebe nach und nach darauf einstellen. Sie müssen eine Mitte zwischen dem, was sie regulatorisch leisten müssen, und dem, wie sie die Bedürfnisse ihrer Kunden am besten abdecken, finden. Dabei muss gewährleistet sein, dass auch die Berater von ihrer Tätigkeit leben können.

Wird sich bei einer schwierigen Phase auch bei den Robos die Spreu vom Weizen trennen?

Das dürfte sicherlich der Fall sein. Zunächst ist es aber notwendig, dass es verlässliche Reports über die Qualität der verschiedenen Robo-Advisor gibt. Es braucht einen gewissen Standard, um eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Angebote und speziell auch deren Wertentwicklung herzustellen. Insbesondere bei der Erschließung neuer Kundengruppen ist das auch ein wichtiger Faktor. Denn die meisten Robos wurden ursprünglich für den normalen Retail-Kunden gebaut. Wir haben in letzter Zeit aber festgestellt, dass die Nachfrage auch seitens der Unternehmen zunimmt. Hier geht es sowohl um die Anlage von Betriebsvermögen als auch um die bAV. Beispielsweise haben wir erste Anfragen, ob ein Robo-Advisor als Rückdeckung in der betrieblichen Altersvorsorge eingesetzt werden kann.

Dieses Interview ist ursprünglich erschienen in AssCompact 10/2018. Das vollständige E-Paper der Ausgabe finden Sie hier.

 

Neue Ertragsquellen in der Zielgruppe Firmenkunden 07.08.2018

Wenn Vermittler ihre Firmenkunden ganzheitlich zu allen Bausteinen der betrieblichen Versorgung betreuen, trägt dies langfristig nicht zuletzt zum Employer Branding des Unternehmens am Markt bei. Vermittler profitieren dabei von einer engeren Kundenbeziehung sowie attraktiven Erträgen. Ein Artikel von Angelika Schuller, Spezialistin Pension Management und Prokuristin bei ebase.

Neue Ertragsquellen in der Zielgruppe Firmenkunden

Es gibt sie noch, die Kunden, die zum Hörer greifen und ihren Vermittler anrufen, um Kfz- oder Privathaftplichtversicherungen abzuschließen. Diese werden aber mehr und mehr zu einer Minderheit. Das Geschäft per Internet ist in vielen Lebensbereichen zur Gewohnheit geworden. Auch bei Finanz- und Versicherungsprodukten wird schon länger die Möglichkeit von Online-Vergleichen genutzt. Eine Vielzahl der Kunden schließt mittlerweile einfache Produkte mit wenigen Klicks online ab. Dabei handelt es sich nicht nur um junge Kunden, vielmehr sind diese mittlerweile in allen Altersklassen vertreten. Für die Vermittler ergibt sich daraus die Herausforderung, in einem sich verändernden Markt neue Ertragsquellen zu erschließen. Aus diesem Grund rücken Firmenkunden vermehrt in den Fokus von Banken und Finanzvermittlern. Diese Zielgruppe ist in vielerlei Hinsicht interessant. Existieren doch in Deutschland allein im Bereich der Kapitalgesellschaften rund 680.000 kleine und mittlere Unternehmen, sogenannte KMU (Quelle: statista.com).

Alternative Kapitalanlagen für Betriebsvermögen gesucht

Die anhaltend gute Konjunktur beschert Unternehmen volle Auftragsbücher und zumeist gut gefüllte Bankkonten. Das erwirtschaftete Geld soll als Reserve für weniger gute Zeiten oder geplante Investitionen gewinnbringend zurückgelegt werden. Mit den klassischen konservativen Anlagemöglichkeiten wie Tages- oder Termingeld lassen sich allerdings kaum mehr Erträge erwirtschaften. Mehr noch, bei Firmenkunden werden Kontoeinlagen mittlerweile oft ab einer gewissen Höhe mit einem Negativzins belastet. Dies führt dazu, dass auch Firmen vermehrt ihre Anlagestrategie überdenken und nach alternativen Kapitalanlagen suchen. Investmentfonds bieten hier eine interessante Lösungsmöglichkeit, indem Firmen ihre Gelder in verschiedenen Anlageklassen streuen können. Mit Investmentfonds steht Firmen ein transparentes und flexibles Finanzinstrument zur Verfügung, das an die jeweilige unternehmerische Situation angepasst werden kann. Dabei können Risiken durch die Wahl der zu den Unternehmenszielen passenden Anlagestrategie reduziert werden. Um den unterschiedlichen Anlegertypen und Anlagezielen bestmöglich gerecht zu werden, ist ein breites Anlageuniversum von großer Bedeutung. Darüber hinaus sind insbesondere Aktienfonds, auch nach Einführung des Investmentsteuerreformgesetzes, noch immer für Kapitalgesellschaften steuerbegünstigt.

Neue Wege in der Versorgung für Gesellschafter-Geschäftsführer

Neben der Anlage von Betriebsvermögen in Fonds spielt auch das Thema betriebliche Altersversorgung (bAV) für Gesellschafter-Geschäftsführer (GGF) in diesem Zusammenhang eine große Rolle. Noch immer stellt hier die Pensionszusage den flexibelsten Weg in der Gestaltung dar, sie eröffnet die Möglichkeit, steuerbegünstigt ein hohes Versorgungsniveau zu erreichen. Kombiniert mit der passenden Rückdeckungsstrategie profitieren sowohl die Firma als auch die Begünstigten langfristig. Ansatzpunkt kann hier sowohl die Überprüfung bestehender Pensionszusagen als auch die Neueinrichtung sein. Bestehende Zusagen weisen oft sowohl in der Formulierung der Zusagevereinbarung an sich als auch in der Gestaltung der Kapitalanlage Defizite aus. De-Risking ist hier das Schlagwort. Wurde in der Vergangenheit überwiegend die ursprüngliche Zusageform der Leistungszusage für GGF vereinbart, werden heute Pensionszusagen vermehrt in der Form der beitragsorientierten Leistungszusage, meist in Verbindung mit der wertpapiergebundenen Anlageform, eingerichtet. Für beide Zusageformen bietet die Rückdeckung der Pensionszusage mit Investmentfonds eine attraktive Alternative oder Ergänzung zu Versicherungslösungen.

Moderne Benefitleistungen für die Mitarbeitergewinnung und -bindung

Nicht nur für die Geschäftsführung, auch für Mitarbeiter stehen interessante fondsbasierte Lösungen zur Verfügung, die helfen können, die Mitarbeitergewinnung und -bindung zu verbessern. Denn damit Firmen die gute Auftragslage bedienen können, sind sie auf entsprechendes Personal angewiesen. Ein Thema, das insbesondere die kleinen und mittelständischen Betriebe beschäftigt, die vielfach sehr erfolgreich sind, jedoch nicht über einen bekannten Namen verfügen. Speziell für sie wird es immer wichtiger, sich als attraktiver Arbeitgeber mit einem starken Employer Branding zu präsentieren. Ein gutes Gehalt und steuerfreie Sachbezüge alleine reichen vor allem jungen Arbeitnehmern oft nicht mehr aus. Gefragt sind moderne Benefitleistungen, die zu den verschiedenen Lebenssituationen passen.

Mit Zeitwertkonten lassen sich Zeiten für Weiterbildung, Eltern- oder Pflegezeit, Sabbaticals oder Vorruhestand finanzieren. Das hierfür erforderliche Guthaben lässt sich mit Überstunden, Resturlaubstagen oder Entgeltbestandteilen sowie Zuschüssen des Arbeitgebers einbringen und wird über eine externe Anlageform (Versicherungs- oder Investmentlösung) angespart. In der Ansparphase sind die Beiträge für den Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei. In der Freistellungsphase fallen diese Beiträge zwar an, der Arbeitnehmer befindet sich aber dadurch weiterhin im sozialversicherten Arbeitsverhältnis. Insbesondere die Fondsrückdeckung stellt für Unternehmen hier eine flexible und renditestarke Lösung dar. Zeitwertkonten ersetzen dabei aber keineswegs die Vorsorge für den Ruhestand. Vielmehr sind sie als Teil eines Gesamtkonzepts zu verstehen.

In diesem Gesamtkonzept kommt der betrieblichen Altersvorsorge nach wie vor eine zentrale Rolle zu. Moderne und renditestarke, vom Arbeitgeber unterstützte bAV-Lösungen fördern die Arbeitnehmerbeteiligung. Studien zufolge sind mehr als 60% der Bewerber die betrieblichen Versorgungsleistungen ihres neuen Arbeitgebers wichtig. Für knapp 50% der Arbeitnehmer gehört eine gute bAV sogar zu den Gründen, ihrem Arbeitgeber treu zu bleiben. Auch hier kann die Pensionszusage das geeignete Mittel der Wahl sein, um sich von den Wettbewerbern abzuheben und zugleich eine mit den Unternehmenszielen übereinstimmende Ausgestaltung zu erreichen.

Ein weiterer Baustein zur Ergänzung des Gesamtpakets an Benefitleistungen sind nach wie vor die vermögenswirksamen Leistungen (VL). Mit ihnen lässt sich relativ einfach der Kontakt zum Personalbüro herstellen. Viele Unternehmen zahlen ihren Mitarbeitern VL, wenn diese einen entsprechenden Sparvertrag vorlegen. Laut einer aktuellen Untersuchung von Prof. Kleine im Auftrag von ebase® haben rund 20 Millionen Arbeitnehmer Anspruch auf VL, hiervon nehmen aber 7 Millionen Arbeitnehmer ihre VL nicht in Anspruch und verzichten auf 1,6 Mrd. Euro. Gerade im Niedrigzinsumfeld ist die Anlage in Investmentfonds- oder ETF-Sparplänen eine attraktive, kostengünstige und flexible Form des VL-Sparens.

Fazit

Firmenkunden sind für Vermittler aus vielerlei Gründen interessant, wobei über fondsbasierte Produkte zahlreiche Ansätze bestehen, deren Bedarf angemessen zu bedienen. Vielleicht befinden sich bereits Geschäftsführer im Kundenstamm des Vermittlers die bisher im privaten Umfeld betreut werden. Einfache Produkte, wie Vermögenswirksame Leistungen oder Depotlösungen für die Anlage von Betriebsvermögen schaffen eine sehr gute Einstiegsmöglichkeit in das Firmenkundengeschäft. Durch die ganzheitliche Betreuung von Firmenkunden – von der privaten Vorsorge des Gesellschafter-Geschäftsführers über gewerbliche Versicherungen für den Betrieb bis hin zur Unterstützung bei der Gestaltung der Benefitleistungen und somit auch dem Employer Branding des Unternehmens am Markt – lassen sich für den Vermittler eine engere Kundenbindung und langfristige Erträge erzielen.